Verwandlungen oder Ungern als Mensch

Ein Theaterereignis von Aggregat Valudskis, das sich intensiv mit dem Körper und seinen Verwandlungen auseinandersetzt.

Aggregat Valudskis und ]a[ akademie der bildenden künste wien präsentieren:

VERWANDLUNGEN
ODER
UNGERN ALS MENSCH

Die neue Produktion des Theaterkollektivs Aggregat Valudskis verschreibt sich einer intensiven Auseinan­dersetzung mit dem Körper und seinen Verwandlungen. Ausgehend von drei exemplarischen Verwandlungs-Texten wagt das Schauspielteam des Aggregat Valudskis – Julia Schranz, Martina Spitzer, Martin Bermoser – eine Körpertheaterreise, die auf das Erwecken tierischer Instinkte und Bewegungsmuster sowie auf das Neuerfinden der Vogelsprache abzielt.

PREMIERE: Montag, 10. April 2017, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen (jeweils 20:00 Uhr): Di, 11. bis Fr, 14., Di, 18., Do, 20. und So, 23. April 2017

Ort: Hörsaal der Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien
Tickets: 18 Euro / 12 Euro (ermäßigt). Reservierung: valudskis@gmail.com oder +43 677 617 86 186
Achtung: Das Sitzplatzangebot pro Aufführung ist begrenzt. Rechtzeitige Reservierung empfohlen!

Als Ausgangsmaterial dienen mehr oder weniger bekannte Prosatexte: In „Schweinerei“ der Französin Marie Darrieussecq (1996) etwa wird die namenlose Mitarbeiterin eines Massageinstituts und Prostituierte nach und nach zu einer Sau. Gregor Samsa hat sich in Franz Kafkas „Verwandlung“ (1912) „zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“. In Roald Dahls Erzählung „William und Mary“ (1959) lebt der Philosoph und Ehemann William nach seinem physischen Krebstod als leibloses Bewusstsein weiter, weil der Arzt sein Gehirn samt einem Auge an ein künstliches Herz angeschlossen hat. Erst jetzt wagt seine Frau Mary, sich über Williams strenge Reglements hinwegzusetzen und ihm bewusst zuwiderzuhandeln.

Leitgedanken und Spielsituationen

Für die sukzessive Verwandlung seiner Bühnenfiguren von Menschen zu Tieren lässt sich Regisseur Arturas Valudskis von folgenden Gedanken leiten:

• Tiere reden auch deswegen nicht, weil Menschen sie sowieso nicht verstehen.

• „… Diese tierische Trauer, ich kann es bezeugen, ist viel dichter als die menschliche, wild, unausgesprochen und unaussprechbar.“ (Georgi Gospodinov)

• Wir waren Mikroben, dann Fische, dann Affen und jetzt bestimmen wir als Menschen die Welt! Ist die Entwicklung unserer Spezies richtig verlaufen? Sollten wir sie vielleicht doch besser rückgängig machen und wieder ins Meer zurückkehren, wo wir hergekommen sind?

• Ist es wirklich gut, das wir ein derart „großes Gehirn“ besitzen und trotzdem dumm und ungerecht mit anderen Wesen verfahren?

• Der Mensch kann auch ohne Hungersnot töten. Ein Tier nicht.

• Tiere reden auch deswegen nicht, weil Menschen sie sowieso nicht verstehen.

Aus diesen Leitgedanken kreiert Valudskis eine Fülle tragikomischer Bühnensituationen, etwa einen Verehrer, der einer Frau eine Tulpe schenkt. Die ist darüber so glücklich, dass sie die Tulpe unbedingt essen will … heimlich versteht sich. So lässt es sich gut „verschweinen“.

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